Die Stadtverordnetenversammlung Ludwigsfelde hat in ihrer Sitzung eine klare Mehrheit für den Erhalt des Rufbussystems über den 1. Juli 2026 hinaus erreicht. Lediglich ein Stadtverordneter der Freien Wähler und die Wählergruppe Option+ lehnten den Antrag ab. Die Bündnisgrünen unterstützen den Antrag ausdrücklich und haben ihm geschlossen zugestimmt.
Der Beschluss fordert den Landkreis Teltow-Fläming auf, seiner Verantwortung als Aufgabenträger des öffentlichen Personennahverkehrs gerecht zu werden und die bisherige hälftige Kostenbeteiligung am Rufbus fortzuführen.
„Der Landkreis darf Ludwigsfelde nicht im Regen stehen lassen“, fordert Michael Fritzsch, Vorsitzender des Bündnisgrünen Ortsverbands. „Während die Stadt Rekordbeträge als Kreisumlage zahlt, sollen zentrale Angebote der Daseinsvorsorge zusammengestrichen werden. Das ist eine klare Ungleichbehandlung innerhalb des Landkreises Teltow-Fläming und nicht länger hinnehmbar. Wir begrüßen die breite Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung. Jetzt ist der Landkreis am Zug. Er muss endlich Verantwortung übernehmen und seiner gesetzlichen Aufgabe gerecht werden.“
Neben dem Erhalt des Rufbusses sieht der Beschluss auch vor, den Rousseau Park künftig in den Randzeiten zwischen 18 und 22 Uhr in das Rufbussystem einzubinden. Außerdem soll gemeinsam mit dem Landkreis und der Verkehrsgesellschaft ein bedarfsgerechtes ÖPNV-Angebot für die Gewerbe- und Industriegebiete entwickelt werden. Beides ist notwendig, um Ludwigsfelde für seine Bewohnerinnen, Bewohner und Betriebe zukunftsfähig und attraktiv zu halten.
„Der Rufbus ist für viele Menschen kein Zusatzangebot, sondern eine unverzichtbare Mobilitätsgrundlage. Gerade in Ortsteilen mit geringer Taktung oder ohne regulären Linienverkehr ermöglicht er Teilhabe, Selbstständigkeit und Versorgungssicherheit“, sagt Renate Urbainczyk, Vorsitzende des Kreisvorstands der Bündnisgrünen Teltow-Fläming.
„Wenn der Landkreis dieses Angebot streichen will, trifft das besonders diejenigen, die ohnehin eingeschränkte Mobilitätsmöglichkeiten haben – ältere Menschen, Jugendliche oder Menschen ohne eigenes Auto. Ein funktionierender Rufbus ist ein Baustein für soziale Gerechtigkeit und gleichwertige Lebensverhältnisse im gesamten Landkreis.“
Die Bündnisgrünen werden den Prozess weiterhin kritisch begleiten und sich auf kommunaler wie auf Kreisebene für einen sozial gerechten und klimafreundlichen öffentlichen Nahverkehr einsetzen.

Artikel kommentieren
Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.